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Richtig gießen im Sommer – so bleiben Deine Pflanzen auch bei Hitze gesund

  • 3 Minuten Lesedauer

Die Sommer werden heißer, Trockenphasen länger und viele stellen sich dieselbe Frage: Wie gieße ich eigentlich richtig?

Denn oft ist nicht die Wassermenge das Problem, sondern der Zeitpunkt, die Häufigkeit oder die Art des Gießens. Mit einigen einfachen Maßnahmen kannst Du Wasser sparen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Deine Pflanzen gesund und kräftig wachsen.

Lieber selten und gründlich als täglich ein bisschen

Einer der häufigsten Fehler im Gemüsegarten ist das tägliche oberflächliche Gießen.

Wenn immer nur die obersten Zentimeter des Bodens befeuchtet werden, bilden Pflanzen vor allem flache Wurzeln aus. Diese trocknen bei Hitze besonders schnell aus und machen die Pflanzen anfälliger für Trockenstress.

Besser ist:

  • lieber 2–3 Mal pro Woche intensiv gießen
  • dabei den Boden wirklich durchfeuchten
  • das Wasser langsam versickern lassen

So werden die Pflanzen angeregt, tiefere Wurzeln zu bilden und können Trockenperioden deutlich besser überstehen.

Wann sollte gegossen werden?

Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist:

Früh morgens

Zwischen 5 und 9 Uhr ist ideal.

Vorteile:

  • geringe Verdunstung
  • Pflanzen können tagsüber auf das Wasser zugreifen
  • Blätter trocknen rasch ab
  • geringeres Risiko für Pilzkrankheiten
  • Abends nur bedingt

Abendliches Gießen ist grundsätzlich möglich, sollte aber möglichst früh erfolgen. Bleiben Blätter und Boden die ganze Nacht feucht, können sich Krankheiten leichter entwickeln.

Mittags vermeiden:Bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet ein großer Teil des Wassers sofort. Zudem kann der Temperaturunterschied die Pflanzen zusätzlich stressen.

Wie viel Wasser brauchen Gemüsepflanzen?

Das hängt natürlich von Wetter, Boden und Pflanzenart ab.

Als grobe Orientierung:

Salate und Jungpflanzen benötigen regelmäßig Feuchtigkeit.
Tomaten, Zucchini und Kürbisse benötigen größere Wassermengen, dafür seltener.
Bohnen und Erbsen kommen meist etwas besser mit Trockenheit zurecht.
Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei benötigen deutlich weniger Wasser.

Wichtiger als starre Mengen ist die Kontrolle des Bodens:

Stecke einen Finger etwa 5 bis 10 Zentimeter tief in die Erde. Ist der Boden dort noch feucht, kann meist noch gewartet werden.

Direkt an die Wurzeln gießen

Versuche möglichst direkt am Boden zu gießen.

Warum?

  • Das Wasser gelangt dorthin, wo es gebraucht wird.
  • Die Verdunstung wird reduziert.
  • Blätter bleiben trocken.
  • Pilzkrankheiten werden vorgebeugt.

Besonders Tomaten danken es Dir, wenn ihre Blätter möglichst trocken bleiben.

Mulchen – der beste Wasserspeicher im Garten

Wer im Sommer Wasser sparen möchte, sollte mulchen.

Eine Mulchschicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung deutlich.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Stroh
  • Rasenschnitt (angetrocknet)
  • gehäckseltes Pflanzenmaterial
  • Laub
  • Schafwolle
  • Hanfmulch

Bereits wenige Zentimeter Mulch können

  • den Wasserbedarf deutlich reduzieren.
  • den Boden verbessern.
  • Ein gesunder Boden speichert Wasser besser.

Besonders hilfreich sind:

  • Kompost: Kompost verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Wasserspeicherfähigkeit.
  • Organisches Material: Mulch, Pflanzenreste und Wurzeln fördern das Bodenleben und lockern den Boden langfristig auf.
  • Boden nicht ständig umgraben: Jedes Umgraben zerstört Bodenstrukturen und Wasserkanäle. Oft reicht es aus, den Boden oberflächlich zu lockern.
  • Gießränder anlegen. Bei größeren Pflanzen wie: Tomaten, Kürbissen, Zucchini, Paprika kann ein kleiner Gießrand helfen.

Dazu wird rund um die Pflanze ein kleiner Erdwall angelegt. Das Wasser bleibt dadurch direkt im Wurzelbereich und läuft nicht ungenutzt ab.

Anzeichen für Wassermangel

Typische Hinweise sind:

  • schlaffe Blätter am Morgen
  • eingerollte Blätter
  • verlangsamtes Wachstum
  • kleine Früchte
  • vorzeitiges Abwerfen von Blüten

Wichtig: Viele Pflanzen lassen bei großer Hitze mittags kurz die Blätter hängen und erholen sich abends wieder. Das ist oft noch kein Grund zur Sorge.

Fazit

Richtiges Gießen bedeutet nicht, möglichst viel Wasser auszubringen, sondern möglichst gezielt.

Wer:

  • morgens gießt,
  • lieber selten und gründlich wässert,
  • den Boden mulcht,
  • Kompost einarbeitet
  • und auf eine gute Bodenstruktur achtet,

wird feststellen, dass die Pflanzen auch heiße Sommer deutlich besser überstehen.

Und das Beste daran: Du sparst Wasser, Zeit und oft auch eine Menge Arbeit. Danke fürs Lesen! 🌱

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