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Stinkwanzen im Gewächshaus – was tun? Biologische Maßnahmen gegen die ungebetenen Gäste

  • 2 Minuten Lesedauer

Viele Gärtner:innen entdecken aktuell vermehrt Stinkwanzen im Gewächshaus – insbesondere auf Tomaten, Paprika oder Bohnen. Die Tiere fühlen sich in der warmen, geschützten Umgebung besonders wohl und können sich dort rasch vermehren.

Die gute Nachricht: Auch wenn Stinkwanzen lästig sind, gibt es einige wirksame biologische Maßnahmen, mit denen ihr den Befall deutlich reduzieren könnt – ganz ohne chemische Mittel.

Wie erkenne ich Stinkwanzen?

Stinkwanzen sitzen häufig:

  • auf der Unterseite von Blättern

  • an jungen Trieben

  • direkt auf Früchten

Typische Anzeichen:

  • kleine helle Punkte oder Saugschäden auf Blättern

  • deformierte oder fleckige Früchte

  • schwarze oder helle Eigelege auf Blattunterseiten

  • beim Berühren verströmen sie ihren typischen Geruch

Gerade im Gewächshaus lohnt es sich, Pflanzen regelmäßig genau anzusehen.


Was hilft biologisch gegen Stinkwanzen?

1. Regelmäßig absammeln

Die wirksamste Maßnahme ist leider oft auch die einfachste: absammeln.

Vor allem morgens sitzen die Tiere häufig noch träge auf den Pflanzen. Dabei am besten:

  • Handschuhe tragen

  • die Tiere vorsichtig in ein Gefäß geben

  • Eier direkt entfernen

Wichtig: Nicht zerdrücken – dadurch wird der Geruch freigesetzt und manchmal sogar weitere Tiere angelockt.


2. Blattunterseiten kontrollieren

Besonders wichtig ist die frühe Kontrolle der Blattunterseiten.

Die Eigelege sehen oft aus wie:

  • kleine helle oder grünliche Punkte

  • ordentlich angeordnet in Gruppen

Wer die Eier früh entfernt, verhindert viele neue Tiere bereits vor dem Schlüpfen.

Gerade bei:

  • Tomaten

  • Paprika

  • Bohnen

  • Gurken

lohnt sich die regelmäßige Kontrolle besonders.


3. Gute Luftzirkulation im Gewächshaus

Stinkwanzen lieben warme, stehende Luft.

Deshalb hilft:

  • regelmäßig lüften

  • Pflanzen nicht zu dicht setzen

  • überschüssige Blätter entfernen

  • Feuchtigkeit reduzieren

Das verbessert gleichzeitig auch die Pflanzengesundheit insgesamt.


4. Pflanzen stärken statt überdüngen

Sehr weiches, stark stickstoffbetontes Wachstum zieht Schädlinge oft stärker an.

Deshalb:

  • ausgewogen düngen

  • organischen Dünger verwenden

  • Pflanzen langsam und stabil wachsen lassen

Gut versorgte Pflanzen verkraften Befall meist deutlich besser.


5. Neemöl vorsichtig einsetzen

Neemöl kann vor allem gegen junge Tiere helfen.

Wichtig dabei:

  • nur abends sprühen

  • nicht bei starker Hitze anwenden

  • Blätter vorher an kleiner Stelle testen

  • niemals überdosieren

Neem wirkt biologisch, sollte aber trotzdem bewusst eingesetzt werden.


6. Schmierseifenlösung gegen junge Nymphen

Eine verdünnte Kaliseifen- oder Schmierseifenlösung kann gegen junge Stinkwanzen helfen.

Mischung:

  • ca. 10–20 ml reine Schmierseife auf 1 Liter Wasser

Anwendung:

  • direkt auf junge Tiere sprühen

  • nicht bei Sonne oder großer Hitze

  • vorher einzelne Blätter testen

Wichtig: Nur reine, biologisch abbaubare Seife ohne Duftstoffe verwenden.


7. Nützlinge fördern

Ein lebendiger Garten hilft langfristig immer am meisten.

Natürliche Gegenspieler sind unter anderem:

  • Vögel

  • Spinnen

  • räuberische Insekten

Vielfalt im Garten hilft daher oft mehr als jede schnelle Einzelmaßnahme.


Geduld statt Perfektion

Leider gibt es gegen Stinkwanzen keine schnelle Wunderlösung – besonders nicht im biologischen Gartenbau.

Der wichtigste Ansatz ist deshalb:

  • früh erkennen

  • regelmäßig kontrollieren

  • Eier entfernen

  • Population klein halten

Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich größere Schäden aber meist gut vermeiden.

Und keine Sorge: Ein paar Stinkwanzen gehören inzwischen leider fast schon zum Gärtnern in der Stadt dazu. 🌱

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